Die wich­tigs­ten Fragen rund um die Kas­sen­si­che­rungs­ver­ord­nung

Wir beant­wor­ten die häu­figs­ten Fragen rund um die Kas­sen­si­che­rungs­ver­ord­nung (Kas­sen­SichV). Was bedeu­tet die neue Rege­lung? Wann tritt sie in Kraft? Und warum gibt es Sie über­haupt? 

Simon Tragatschnig

Simon Tra­gatsch­nig

Unter­neh­mer, Finanz & Tech­nik-Exper­te

Was ist die Kas­sen­si­che­rungs­ver­ord­nung?

Die Kas­sen­si­che­rungs­ver­ord­nung (Kas­sen­SichV) regelt die tech­ni­schen Anfor­de­run­gen an elek­tro­ni­sche Auf­zeich­nungs- und Siche­rungs­sys­te­me, bei­spiels­wei­se com­pu­ter­ge­stütz­te Kas­sen­sys­te­me und Regis­trier­kas­sen. Die Ver­ord­nung dient dem Schutz vor Mani­pu­la­ti­on der digi­ta­len Grund­auf­zeich­nun­gen von Unter­neh­men.

Kurz gesagt: Wann immer Bar­um­sät­ze (mit­tels Cash, EC-Karte, Kre­dit­kar­te, Gut­schei­ne) erfasst werden, müssen diese Auf­zeich­nun­gen nach der Kas­sen­SichV gegen Mani­pu­la­tio­nen geschützt werden.

Ab 1.1.2020 müssen in Deutsch­land Regis­trier­kas­sen mit einer tech­ni­schen Sicher­heits­ein­rich­tung (TSE) ver­se­hen sein.

Warum gibt es die Kas­sen­SichV?

Einige Kas­sen­sys­te­me sind bis heute so gestal­tet, dass sie tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten zur nach­träg­li­chen Mani­pu­la­ti­on der Grund­auf­zeich­nun­gen offen­hal­ten. Um dieser Mani­pu­la­ti­on und somit poten­ti­el­ler Steu­er­hin­ter­zie­hung einen Riegel vor­zu­schie­ben, wurde in Deutsch­land 2016 die Kas­sen­si­che­rungs­ver­ord­nung beschlos­sen.

Deutsch­land ist übri­gens eines der letz­ten Länder Euro­pas, die die soge­nann­te Fis­ka­li­sie­rung von Regis­trier­kas­sen ein­führt. In vielen ande­ren Län­dern sind ähn­li­che Rege­lun­gen bereits seit Jahren in Kraft. In Öster­reich ist eine ähn­li­che Sicher­heits­ver­ord­nung bereits im Jahr 2017 in Kraft getre­ten.

Bisher in den GoBD gere­gelt

Bisher wurde die Unver­än­der­bar­keit von Trans­ak­tio­nen in den GoBD (Grund­sät­ze zur ord­nungs­mä­ßi­gen Füh­rung und Auf­be­wah­rung von Büchern, Auf­zeich­nun­gen und Unter­la­gen in elek­tro­ni­scher Form sowie zum Daten­zu­griff) gere­gelt. 

Diese ist aber weder Gesetz noch Ver­ord­nung, son­dern ledig­lich eine Ver­wal­tungs­vor­schrift des Finanz­mi­nis­te­ri­ums. Mit der neuen Rege­lung wird der Mani­pu­la­ti­ons­schutz nun gesetz­lich gere­gelt.

Ab wann gilt die Kas­sen­si­che­rungs­ver­ord­nung?

Die neue Ver­ord­nung wurde bereits im Herbst 2017 beschlos­sen. Sie gilt aller­dings erst ab dem 01.01.2020.

Ab diesem Zeit­punkt müssen in Deutsch­land Regis­trier­kas­sen mit einer tech­ni­schen Sicher­heits­ein­rich­tung (TSE) ver­se­hen sein.

Was bedeu­tet Mani­pu­la­ti­ons­schutz?

Um her­aus­fin­den zu können, ob an einer Kasse nach­träg­li­che Mani­pu­la­tio­nen der Umsät­ze statt­ge­fun­den haben, müssen diese mani­pu­la­ti­ons­si­cher auf­be­wahrt und über­prüf­bar sein.

Die Über­prü­fung erfolgt mit­tels Jour­nal, das expor­tiert werden kann und vom Finanz­amt mit einer Soft­ware auf Ände­run­gen und Lücken geprüft werden kann. Dabei wird jede Buchung mit einer elek­tro­ni­schen Signa­tur ver­se­hen, welche nach dem Prin­zip der Block­chain funk­tio­niert. 

Die exter­ne Sicher­heits­ein­rich­tung ist in die Erstel­lung der Signa­tur ein­ge­bun­den. Werden Buchun­gen nach­träg­lich mani­pu­liert, so ist die Kette der Signa­tu­ren nicht kon­sis­tent. Dies kann mit­tels Prüf­soft­ware sofort fest­ge­stellt werden.